Drei Maße, die nicht dasselbe sind
Wer ein Fenster ausmisst, hat es mit drei verschiedenen Größen zu tun. Sie liegen ineinander und werden im Alltag oft verwechselt. Für eine Bestellung ist aber nur eine davon maßgeblich.
- Maueröffnung: die Öffnung in der Wand, in die das Fenster eingebaut wird. Sie wird auch Rohbauöffnung genannt.
- Rahmenaußenmaß: Breite und Höhe des fertigen Fensterrahmens, gemessen an seinen Außenkanten. Das ist das Maß, nach dem gefertigt wird.
- Glasmaß: die Größe der Scheibe. Sie ist kleiner als der Rahmen und für die Bestellung eines kompletten Fensters nicht die richtige Grundlage.
Im Fenedo Store geben Sie das Rahmenaußenmaß in Millimetern an. Wir fertigen nach genau diesem Maß. Wir ziehen keinen Montagespielraum ab und rechnen keinen dazu. Ein Maß der Maueröffnung wird nicht automatisch in ein Rahmenmaß umgerechnet.
Warum es keinen pauschalen Abzug gibt
Im Internet finden sich viele Faustregeln, wie viel man von der Maueröffnung abziehen soll. Solche Werte sind bequem, aber riskant. Wie groß die Fuge zwischen Wand und Rahmen sein muss, hängt von mehreren Dingen ab, die nur vor Ort beurteilt werden können:
- vom Wandaufbau und dem Zustand der Laibung, besonders im Altbau,
- von der Einbauart und der Lage des Fensters in der Wand,
- von Dämmung, Abdichtung und Befestigung, die in der Fuge Platz brauchen,
- davon, ob die Öffnung einen Anschlag hat oder glatt ist,
- von Anschlüssen wie Fensterbank, Rollladen oder Putz.
Deshalb nennen wir hier bewusst keine Zahl. Das richtige Bestellmaß ergibt sich aus Ihrer Einbausituation. Wenn Sie es nicht sicher bestimmen können, lassen Sie es von einem Fachbetrieb klären, am besten von dem Betrieb, der die Fenster später auch einbaut.
Öffnung mit und ohne Anschlag
Viele ältere Gebäude haben einen Mauervorsprung, den Anschlag. Das Fenster sitzt dann von innen hinter diesem Vorsprung, und die von außen sichtbare Öffnung ist kleiner als der Rahmen. Bei einer glatten Laibung ohne Anschlag sitzt der Rahmen in der Öffnung selbst. In beiden Fällen gilt: Messen Sie die Öffnung an der Stelle, an der der neue Rahmen sitzen soll, und klären Sie die Fuge für diese Stelle.
Vorbereitung: Werkzeug und Notizen
Für ein sauberes Aufmaß brauchen Sie kein Spezialwerkzeug, aber etwas Ruhe und eine zweite Person, die das Maßband hält.
- ein stabiles Stahlmaßband oder einen Gliedermaßstab,
- eine Wasserwaage, um schiefe Laibungen zu erkennen,
- ein Messprotokoll mit einer Zeile pro Fenster und eindeutiger Bezeichnung, zum Beispiel „Küche links“,
- ein Telefon für Fotos von innen und außen, mit dem Maßband im Bild,
- Bleistift und Papier, denn ein notierter Wert ist zuverlässiger als ein gemerkter.
Messen Sie jedes Fenster einzeln, auch wenn mehrere gleich aussehen. Fenster, die auf den ersten Blick identisch sind, unterscheiden sich in älteren Häusern oft um einige Millimeter.
So messen Sie Breite und Höhe
Messen Sie die Breite an drei Stellen: oben, in der Mitte und unten. Messen Sie die Höhe ebenfalls an drei Stellen: links, in der Mitte und rechts. Notieren Sie alle Werte in Millimetern. Maßgeblich für die weitere Planung ist jeweils der kleinste Wert, denn an dieser Stelle muss das Fenster durchpassen.
Weichen die drei Werte deutlich voneinander ab, ist die Öffnung nicht rechtwinklig. Das ist im Altbau häufig. Messen Sie dann zusätzlich die beiden Diagonalen und notieren Sie die Abweichung. Ein Fachbetrieb kann daraus ableiten, wie das Fenster ausgerichtet und befestigt werden muss.
Details, die oft vergessen werden
Breite und Höhe sind nicht alles. Einige Punkte sollten Sie vor der Bestellung festhalten, weil sie das Maß oder die Ausführung beeinflussen:
- Fensterbänke innen und außen: Bleiben sie, werden sie erneuert, und wie schließen sie an den Rahmen an?
- Rollladen: Ein vorhandener Rollladenkasten oder Führungsschienen können das nutzbare Maß einschränken.
- Öffnungsrichtung: Auf welcher Seite sollen die Bänder sitzen? Im Konfigurator schauen Sie dafür von innen auf das Fenster, der Griff sitzt auf der gegenüberliegenden Seite.
- Teilung: Bei breiten Öffnungen entscheiden Sie zwischen einem oder mehreren Flügeln, mit Pfosten oder Stulp.
- Brüstung: Bei niedrigen Brüstungen können Anforderungen an die Absturzsicherung gelten. Diese hängen von Ihrem Gebäude ab.
- Hindernisse: Heizkörper, Möbel oder Wandvorsprünge, die beim Öffnen des Flügels stören könnten.
Vom Maß zur Konfiguration
Im Konfigurator wählen Sie im Schritt „Maße“ zuerst, welches Maß Sie haben: Rahmenmaß, Maueröffnung oder „Nicht sicher“. Nur mit einem geklärten Rahmenmaß geht es weiter. Haben Sie nur das Öffnungsmaß, weist der Konfigurator Sie darauf hin und rechnet nicht um.
Nach der Eingabe zeigt der Konfigurator den Preis für dieses Maß und diese Bauform. Fertigt der Hersteller das Maß so nicht, steht dort „Nicht lieferbar“ und, wo es eines gibt, das nächste lieferbare Maß. Ein angezeigter Preis ist ein Richtpreis. Vor einer verbindlichen Bestellung prüfen wir Maß, Herstellbarkeit und Lieferung.
Die Messhilfe im Konfigurator fasst die wichtigsten Punkte noch einmal kurz zusammen. Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Checkliste finden Sie im Ratgeber zum Aufmaß. Welche Bauformen und Öffnungsarten es für Ihr Maß gibt, zeigt die Seite Kunststofffenster, die übrigen Entscheidungen ordnet der Ratgeber Neue Fenster kaufen.
Wann ein Aufmaß vom Fachbetrieb sinnvoll ist
Selbst messen ist möglich, wenn die Einbausituation klar ist und Sie das Bestellmaß sicher bestimmen können. Die Schritte oben sind allgemeine Hinweise und keine Norm. Nach unseren AGB ersetzen unsere Messhilfen keine Aufmessung vor Ort, und das Bestellmaß verantworten Sie selbst. In folgenden Fällen empfehlen wir ein Aufmaß durch einen Fachbetrieb:
- Sie wissen nicht, wie groß die Fuge für Ihre Wand und Einbauart sein muss.
- Die Öffnung ist deutlich schief oder die Laibung beschädigt.
- Sie planen gleichzeitig eine Fassadendämmung oder neue Fensterbänke.
- Sie möchten eine Förderung beantragen, bei der ein Fachbetrieb beteiligt sein muss.
Fenedo liefert im Shop ohne Montage. Wenn Sie Aufmaß und Einbau aus einer Hand wünschen, beauftragen Sie dafür einen Fachbetrieb in Ihrer Region. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Fenster selbst einbauen oder Fachbetrieb.
Kurz vor der Bestellung
- Breite an drei Stellen und Höhe an drei Stellen gemessen, kleinster Wert notiert
- Diagonalen verglichen, wenn die Werte voneinander abweichen
- Bestellmaß als Rahmenaußenmaß geklärt, nicht als Maueröffnung
- Öffnungsrichtung, Teilung, Fensterbank und Rollladen festgehalten
- Jedes Fenster eindeutig bezeichnet und fotografiert



