Warum Fenster beschlagen
Luft enthält Wasserdampf. Warme Luft kann mehr davon aufnehmen als kalte. Kühlt feuchte Raumluft an einer kalten Fläche ab, erreicht sie irgendwann den Taupunkt. Ab dieser Temperatur kann sie den Wasserdampf nicht mehr halten, und er schlägt sich als Wasser nieder. Der Taupunkt hängt von Temperatur und Luftfeuchte ab: Je feuchter die Luft, desto früher bildet sich Wasser.
Das Fenster ist im Winter oft die kälteste Fläche im Raum, vor allem der Glasrand und der untere Teil der Scheibe. Deshalb zeigt sich zu feuchte Luft dort zuerst. Das Wasser am Fenster zeigt dann zu feuchte Raumluft an.
Innen, außen oder dazwischen: drei Fälle
| Wo | Typische Ursache | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Innen auf der Scheibe oder am Rand | zu feuchte Raumluft, kalte Glasfläche | lüften, gleichmäßig heizen, Feuchtequellen reduzieren |
| Außen auf der Scheibe | sehr gut dämmendes Glas, die Außenscheibe bleibt kalt | nichts, das ist kein Mangel |
| Zwischen den Scheiben | Randverbund undicht, Feuchte im Zwischenraum | melden, die Scheibe muss ersetzt werden |
Kondenswasser innen: die häufigsten Gründe
- Viel Feuchtigkeit im Raum: Kochen, Duschen, Wäschetrocknen, Pflanzen und Atmen bringen Wasser in die Luft. In Bad, Küche und Schlafzimmer ist die Feuchte deshalb oft am höchsten.
- Zu wenig Luftaustausch: Neue Fenster sind luftdicht eingebaut. Durch die Fugen alter Fenster lief früher ständig etwas Luft. Das fällt nach dem Austausch weg, die Feuchte bleibt im Raum.
- Kühle Räume: Wird ein Raum kaum beheizt und strömt warme, feuchte Luft aus anderen Räumen hinein, schlägt sie sich an den kalten Flächen nieder.
- Warme Luft erreicht die Scheibe nicht: Dichte Vorhänge, Möbel oder eine tief zugestellte Fensterbank halten die Heizungsluft vom Glas fern. Die Scheibe bleibt kälter.
- Kalte Glasränder: Bei Abstandhaltern aus Aluminium kühlt der Glasrand stärker aus. Eine warme Kante mildert das.
Richtig lüften und heizen
Das Umweltbundesamt empfiehlt, die relative Luftfeuchte in Wohnräumen zwischen 40 und 60 Prozent zu halten. Ein einfaches Hygrometer zeigt Ihnen, wo Sie stehen. Die wichtigsten Regeln aus seinen Lüftungstipps:
Lüften nach den Empfehlungen des Umweltbundesamts
- Stoßlüften im Winter
- Zwei- bis dreimal am Tag für etwa 5 Minuten pro Raum, mit einem oder mehreren weit geöffneten Fenstern.
- Im Sommerhalbjahr
- Länger lüften, je nach Temperatur und Wind etwa 10 bis 20 Minuten pro Lüftung.
- Nicht dauerhaft kippen
- Ständig gekippte Fenster kühlen die Wand um das Fenster aus, verschwenden Heizenergie und fördern Schimmel.
- Feuchte sofort raus
- Nach dem Duschen oder Kochen direkt lüften. Kühlere Räume mit geschlossenen Türen von warmen trennen.
Heizen Sie die Räume möglichst gleichmäßig. Ganz ausgekühlte Räume, in die feuchte Luft aus der Wohnung strömt, sind besonders anfällig. Wäsche trocknen Sie am besten nicht in der Wohnung. Und stellen Sie große Möbel nicht direkt an kalte Außenwände, damit die Luft dahinter zirkulieren kann.
Reicht das Lüften von Hand nicht, etwa weil tagsüber niemand zu Hause ist, können Lüftungselemente am Fenster oder in der Wand helfen. Bei einer größeren Sanierung sollte eine Fachperson mit einem Lüftungskonzept prüfen, wie der nötige Luftwechsel gesichert wird. Für die Bundesförderung gehört ein solches Konzept zu den Nachweisen, wenn die Maßnahme das Gebäude luftdichter macht. Eine Bestellung unter der Bedingung der Förderzusage ist im Fenedo Store nicht möglich.
Beschlag außen: ein Zeichen guter Dämmung
Beschlägt die Scheibe außen, meist an klaren, kühlen Morgen im Herbst, ist das kein Fehler. Gut dämmendes Glas lässt kaum Wärme nach außen. Die äußere Scheibe bleibt deshalb so kalt wie die Umgebung, und feuchte Außenluft kondensiert darauf. Sobald die Sonne die Scheibe erwärmt, verschwindet der Beschlag. Bei Dreifachglas kommt das häufiger vor als bei alten Fenstern. Mehr zum Unterschied lesen Sie im Artikel Zweifach- oder Dreifachverglasung.
Feuchte zwischen den Scheiben: ein Mangel
Der Zwischenraum einer Isolierglasscheibe ist ab Werk dicht verschlossen. Zeigt sich dort Beschlag oder bleiben Schlieren zurück, ist der Randverbund undicht geworden. Durch Lüften oder Heizen lässt sich das nicht beheben. Die Scheibe muss ersetzt werden.
Bei Fenstern aus dem Fenedo Store melden Sie uns das bitte mit Bestellnummer, Beschreibung und Fotos über die Kontaktseite. Die Fenedo-Garantie nach § 14 unserer AGB umfasst während der Garantiezeit auch, dass sich im Scheibenzwischenraum kein Kondensat bildet; bei Fenstern aus Kunststoff oder Aluminium sind das fünf Jahre ab Lieferung. Ihre gesetzlichen Mängelrechte bestehen unabhängig davon.
Wenn sich Schimmel am Fenster zeigt
Wasser, das regelmäßig an Scheibe und Rahmen steht, kann zu Schimmel an Dichtungen, Silikonfugen und in der Laibung führen. Wischen Sie Kondenswasser morgens ab und halten Sie Dichtungen sauber. Zeigt sich Schimmel immer wieder an der Laibung neben dem Fenster, kann auch eine Wärmebrücke oder ein undichter Anschluss zwischen Rahmen und Wand die Ursache sein. Wie dieser Anschluss richtig aufgebaut ist, erklärt der Artikel Fensteranschluss abdichten.
Was neue Fenster beitragen können
Neue Fenster mit gutem Uw-Wert und warmer Kante haben eine wärmere Innenscheibe als alte Fenster. Kondenswasser bildet sich dadurch seltener, verhindert wird es aber nicht, wenn die Raumluft zu feucht ist. Im Konfigurator gibt es die 3-fach-Verglasung ausschließlich mit warmer Kante. Bei Bluevolution 82 ist sie das Standardpaket. Was der Uw-Wert aussagt, lesen Sie im Artikel Uw-Wert und warme Kante.



