Wie Zweifach- und Dreifachglas aufgebaut sind

Moderne Isoliergläser bestehen aus zwei oder drei Scheiben, die am Rand durch Abstandhalter auf Abstand gehalten und dicht versiegelt sind. Der Raum zwischen den Scheiben ist meist mit einem Edelgas wie Argon gefüllt, das Wärme schlechter leitet als Luft. Hauchdünne Beschichtungen auf den Scheiben werfen Wärmestrahlung in den Raum zurück. Sie sind mit bloßem Auge nicht zu sehen.

links außen, rechts innenZweifachein ZwischenraumDreifachzwei ZwischenräumeBeschichtungunsichtbar dünnEdelgasim ZwischenraumAbstandhalterim Randverbund
Zweifachglas hat einen Scheibenzwischenraum, Dreifachglas zwei. Beschichtung, Gasfüllung und Abstandhalter gibt es bei beiden.

Der Unterschied liegt also in der Zahl der Scheiben und Zwischenräume. Jede zusätzliche Ebene bremst den Wärmestrom weiter. Gleichzeitig wird das Glaspaket dicker und schwerer, und jede Scheibe nimmt etwas Licht weg.

Typische Glaswerte nach Bundesverband Flachglas, Argonfüllung
MerkmalZweifachglasDreifachglas
repräsentativer Aufbau4/16/44/12/4/12/4
Ug-Wert der Scheibenmitte1,1 W/(m²K)0,7 W/(m²K)
Wärmeschutzbeschichtungeneinezwei, standardmäßig auf Position 2 und Position 5
Glasdicke24 mm36 mm
Glasgewicht bei gleich dicken ScheibenBasisum die Hälfte mehr

Ein Dreifachglas braucht nach dem Leitfaden des Bundesverbands Flachglas zwei Wärmeschutzbeschichtungen, eine zu jedem Zwischenraum, und eine Edelgasfüllung in beiden Zwischenräumen. Sein g-Wert liegt mit diesem Aufbau bei mehr als 50 Prozent, es lässt also weiterhin einen guten Teil der Sonnenwärme in den Raum. Die Ug-Werte gelten für die Scheibenmitte, für das ganze Fenster zählt der Uw-Wert. Wie Sie Glascodes und Positionen lesen, erklärt der Artikel Isolierglas-Aufbau lesen.

Der direkte Vergleich

Zweifach- und Dreifachverglasung im Überblick
zwei Scheiben

Zweifachverglasung

  • leichteres Glaspaket, Flügel lassen sich leichter bewegen
  • mehr Licht und Sonnenwärme im Raum
  • Uw-Wert eines üblichen Fensters etwa 1,2 W/(m²K)
  • erfüllt den Förderwert für Fenster nicht
drei Scheiben

Dreifachverglasung

  • deutlich besserer Wärmeschutz, Uw um 0,9 W/(m²K) üblich
  • wärmere Innenscheibe, weniger Kondenswasser innen
  • schwerer, braucht ein passendes Profil und guten Beschlag
  • etwas weniger Licht und Sonnenwärme

Die Beispielwerte stammen von der Verbraucherzentrale. Sie beschreiben typische Fenster und nicht Ihr konkretes Fenster. Nach ihren Angaben sind dreifach verglaste Fenster energetisch um fast 20 Prozent besser als Fenster mit Zweifach-Wärmeschutzverglasung. Das ist eine allgemeine Angabe der Verbraucherzentrale und keine Zusage für ein Fenster aus dem Fenedo Store. Den Uw-Wert Ihres Fensters bestimmen Größe, Teilung, Rahmen und Glasrand mit. Was die Kennwerte genau bedeuten, erklärt der Artikel Uw-Wert und warme Kante.

Was für Dreifachglas spricht

Der wichtigste Vorteil ist der Wärmeschutz. Durch die zweite Gasschicht geht weniger Wärme verloren. Das spart Heizenergie, und die Innenseite des Glases bleibt im Winter wärmer. Am Fenster entsteht dadurch weniger kalte Zugluft, die eigentlich ein Kaltluftabfall an der kühlen Scheibe ist. Auch an der Innenseite des Glasrands bildet sich seltener Kondenswasser, besonders zusammen mit einer warmen Kante.

Dazu kommen die Anforderungen. Für einen Zuschuss aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude dürfen neue Fenster höchstens einen Uw-Wert von 0,95 W/(m²K) haben. Mit einem üblichen Zweifachglas ist dieser Wert nicht zu erreichen. Wer fördern lassen möchte, plant deshalb praktisch immer mit Dreifachglas. Die weiteren Bedingungen lesen Sie im Artikel Förderung für neue Fenster. Eine Bestellung unter der Bedingung der Förderzusage ist im Fenedo Store nicht möglich.

Was Sie bei Dreifachglas bedenken sollten

  • Gewicht: Eine dritte Scheibe macht den Flügel schwerer. Das belastet Beschlag und Bänder stärker. Bei großen Flügeln sollten Profil und Beschlag dafür ausgelegt sein.
  • Licht und Sonnenwärme: Jede Scheibe und jede Beschichtung lässt etwas weniger Licht durch. Bei großen Glasflächen nach Süden lohnt ein Blick auf den g-Wert, der den Anteil der Sonnenwärme beschreibt.
  • Beschlag außen: Weil kaum Wärme nach außen dringt, bleibt die äußere Scheibe kalt. An kühlen Morgen kann sie außen beschlagen. Das ist kein Mangel, sondern ein Zeichen guter Dämmung.
  • Bautiefe: Das dickere Glaspaket braucht ein Profil, das es aufnehmen kann. Deshalb gibt es Dreifachglas nicht in jedem System.

Wann Zweifachglas noch reicht

Zweifachglas ist nicht verboten. Beim Austausch in einem beheizten Wohngebäude muss das ganze Fenster aber höchstens Uw 1,3 W/(m²K) erreichen, so verlangt es das Gebäudemodernisierungsgesetz. Zweifachglas kann sinnvoll sein in Räumen, die kaum beheizt werden, etwa im Keller, in einer Garage oder einem Lager. Auch bei kleinen Fenstern, bei denen das Gewicht oder die Bautiefe eine Rolle spielen, kann es eine Option sein.

Für Wohnräume, die Sie Jahrzehnte nutzen, ist Dreifachglas in den meisten Fällen die bessere Wahl. Fenster bleiben lange im Haus, und ein Fenster, das nur knapp die Pflicht erfüllt, lässt sich später nicht nachbessern, ohne Glas oder Fenster zu tauschen.

Mehr Scheiben heißt nicht automatisch mehr Ruhe

Viele erwarten, dass Dreifachglas auch leiser ist. Das stimmt nicht automatisch. Für den Schallschutz zählen vor allem unterschiedlich dicke Scheiben, ein großer Scheibenabstand, Verbundglas mit Schallschutzfolie und ein dichter Einbau. Nach Messwerten, die das Umweltbundesamt veröffentlicht hat, dämmt ein dreischeibiges Glas mit dünnen, gleich dicken Scheiben ähnlich wie ein übliches Zweifachglas. Wenn Sie an einer lauten Straße wohnen, lesen Sie den Artikel Schallschutz bei Fenstern.

Verglasung im Fenedo Store

Welche Verglasung Sie wählen können, hängt vom Profilsystem ab. Bei Bluevolution 82 ist die 3-fach-Verglasung mit warmer Kante das Standardpaket. Bei Ideal 4000 ist das Zweifach-Standardpaket der Standard. Dreifachglas zeigt der Konfigurator, wenn es für Ihr Maß einen Preis gibt. Bei Hebe-Schiebetüren zeigt der Konfigurator die möglichen Verglasungen je nach Größe der Glasfläche.

Schnitt durch zwei Isolierglaspakete, außen links, innen rechts. Zweifachglas 4/16/4 mit 24 mm Paketdicke, Standard bei Ideal 4000. Dreifachglas 4/18/4/18/4 mit 48 mm Paketdicke und Argon, Standard bei Bluevolution 82, mit warmer Kante SWISSPACER Ultimate schwarz (RAL 9005). Markiert sind Wärmeschutzbeschichtung, Abstandhalter, Randverbund mit dem Ψ-Wert und die Scheibenmitte, für die der Ug-Wert gilt. Der Uw-Wert des Fensters fasst Glas, Rahmen und Glasrand zusammen.Zweifach- und Dreifachglas im SchnittGlaspakete im Fenedo Store, von außen (links) nach innen (rechts)fenedo41644184184Glasscheibe, je 4 mmWärmeschutzbeschichtunghauchdünn, auf der ScheibeUg-Wertgilt für die ScheibenmitteArgonim ScheibenzwischenraumAbstandhalterDreifachglas: warme KanteRandverbundΨ: Wärmeverlust am GlasrandZweifachglas 4/16/4Paketdicke 24 mmStandard bei Ideal 4000Dreifachglas 4/18/4/18/4Paketdicke 48 mm, mit ArgonStandard bei Bluevolution 82,warme Kante SWISSPACER Ultimateschwarz (RAL 9005)Uw des Fensters: Glas (Ug), Rahmen (Uf) und Glasrand (Ψ) zusammen, bezogen auf die FlächeDreifachglas gibt es im Konfigurator nur mit warmer Kante.Quellen: Glasaufbau und Abstandhalter aus den Konfiguratordaten des Fenedo Store,Stand 04.10.2026.Schema: Scheiben und Zwischenräume maßstäblich, Beschichtung, Gas und Randverbund vereinfacht.
Die Glaspakete im Fenedo Store im Schnitt: Zweifachglas bei Ideal 4000, Dreifachglas mit Argon und warmer Kante bei Bluevolution 82.

Den Uw-Wert zeigt der Konfigurator für Ihr Maß, sobald eine Herstellerangabe oder ein validierter Rechenwert vorliegt. Liegt eine Zweifach-Konfiguration über Uw 1,3 W/(m²K), weist der Konfigurator darauf hin und empfiehlt Bluevolution 82 mit 3-fach-Verglasung. Eine 3-fach-Verglasung liefern wir immer mit warmer Kante.

So entscheiden Sie

  • Ist der Raum dauerhaft beheizt? Dann ist Dreifachglas meist die bessere Wahl.
  • Planen Sie eine Förderung? Dann brauchen Sie höchstens Uw 0,95 W/(m²K).
  • Ist das Fenster sehr groß oder nach Süden ausgerichtet? Dann auch den g-Wert prüfen.
  • Liegt das Fenster an einer lauten Straße? Dann gezielt Schallschutzglas wählen.
  • Erreicht die gewählte Konfiguration beim Austausch mindestens die gesetzlichen Uw 1,3 W/(m²K)?