Was die Zahlen im Glascode bedeuten

Der Glascode beschreibt die Verglasung im Querschnitt. Die Zahlen wechseln sich ab: erst die Dicke einer Scheibe, dann die Breite des Zwischenraums bis zur nächsten Scheibe, dann wieder eine Scheibe. Alle Maße sind Millimeter. Üblich ist die Reihenfolge von außen nach innen. Weil nicht jeder Anbieter das ausdrücklich angibt, fragen Sie im Zweifel nach, auf welcher Seite die Reihe beginnt.

Beispiele für Glascodes
GlascodeScheibenZwischenräumeGlasdicke gesamt
4/16/4zwei Scheiben mit je 4 mmeiner mit 16 mm24 mm
4/12/4/12/4drei Scheiben mit je 4 mmzwei mit je 12 mm36 mm
6/16Ar/6/14Ar/6drei Scheiben mit je 6 mm16 mm und 14 mm, mit Argon48 mm

Die Gesamtdicke ist die Summe aller Zahlen. Sie zählt, weil der Flügel des Fensters das Glas aufnehmen muss: Ein Profil ist immer für bestimmte Glasdicken ausgelegt. Buchstaben hinter einem Zwischenraum nennen das Füllgas, Ar für Argon und Kr für Krypton. Steht dort nichts, ist der Code oft nur verkürzt geschrieben. Ein Datenblatt nennt die Füllung dann in einer eigenen Zeile.

außeninnen12345644412 Ar12 Ar4/12/4/12/4Glas, Zwischenraum, Glas … in mmPosition 1 bis 6Glasflächen, von außen gezähltBeschichtungauf Position 2 und 5Argonin beiden ZwischenräumenAbstandhalterim Randverbund, warme Kante
Dreifach-Isolierglas im Schnitt, links außen: drei Scheiben mit je 4 mm, zwei Zwischenräume mit 12 mm Argon, Beschichtungen auf Position 2 und Position 5, Abstandhalter im Randverbund. Schematisch, nicht maßstäblich.

Positionen: wo die Beschichtung sitzt

Jede Scheibe hat zwei Flächen. Gezählt wird von außen: Die Außenseite der äußeren Scheibe ist Position 1, ihre Innenseite zum Zwischenraum ist Position 2. Bei Zweifachglas gibt es so vier Positionen, bei Dreifachglas sechs. Die Positionen werden gebraucht, weil Beschichtungen nur auf einer Seite einer Scheibe liegen und ihre Lage über die Wirkung entscheidet.

Wärmeschutzglas hat eine hauchdünne, unsichtbare Beschichtung, die Wärmestrahlung in den Raum zurückwirft. Bei Dreifachglas braucht jeder der beiden Zwischenräume eine eigene Beschichtung, die zu diesem Zwischenraum zeigt. Nach dem Leitfaden des Bundesverbands Flachglas liegen sie standardmäßig auf Position 2 und Position 5. Andere Positionen sind möglich, sollten aber mit dem Glashersteller geklärt werden. Liegt eine Beschichtung auf der mittleren Scheibe, muss diese mittlere Scheibe in der Regel vorgespannt werden.

Sonnenschutzschichten sitzen je nach System auf Position 1 oder Position 2. Eine spezielle Beschichtung auf Position 1 kann außerdem das Beschlagen der Außenscheibe an kühlen Morgen verringern. Warum dieses Beschlagen bei gut dämmendem Glas vorkommt, erklärt der Artikel Kondenswasser am Fenster.

Argon im Zwischenraum und die Breite des Zwischenraums

Der Zwischenraum ist mit einem Edelgas gefüllt, das Wärme schlechter leitet als Luft. Standard ist Argon. Krypton dämmt besser, ist laut Bundesverband Flachglas aber nicht in den Mengen verfügbar, die für ein Standardprodukt nötig wären. Die typischen Kennwerte im Leitfaden gelten für eine Argonfüllung von 90 Prozent.

Auch die Breite des Zwischenraums ändert den Wärmeschutz. Bei Argon gilt: Schmalere Zwischenräume ergeben höhere Ug-Werte, breitere niedrigere. Breiter ist trotzdem nicht beliebig besser. Mit dem Zwischenraum wachsen die Klimalasten, also die Druckunterschiede zwischen Gas und Außenluft bei Wetter- und Temperaturwechsel. Sie belasten Glas und Randverbund.

Typische Ug-Werte von Dreifachglas nach Bundesverband Flachglas, zwei Beschichtungen auf Position 2 und Position 5, Argon
GlascodeUg-Wert in W/(m²K)
4/10/4/10/40,8
4/12/4/12/40,7
4/14/4/14/40,6
4/16/4/16/40,6
4/18/4/18/40,5

Für Zweifachglas nennt der Bundesverband Flachglas in seinen Datenblättern zu Abstandhaltern als repräsentativen Aufbau 4/16/4 mit Ug 1,1 W/(m²K). Die Werte in beiden Tabellen sind Beispiele. Das Datenblatt des Glasherstellers für das konkrete Glas hat Vorrang.

Ug, g-Wert und Lichttransmission auf dem Datenblatt

Drei Glaskennwerte

Ug-Wert
Wärmedurchgang durch die Scheibenmitte in W/(m²K). Kleiner ist besser. Rahmen und Glasrand sind nicht enthalten.
g-Wert
Gesamtenergiedurchlassgrad: der Anteil der Sonnenenergie, der in den Raum gelangt. Im Winter erwünscht, im Sommer oft zu viel.
Lichttransmission
Der Anteil des sichtbaren Lichts, der durch das Glas kommt. Jede weitere Scheibe und jede Schicht nimmt etwas davon weg.

Ein typisches Dreifach-Wärmedämmglas erreicht nach Bundesverband Flachglas einen g-Wert von mehr als 50 Prozent. Sonnenschutzglas liegt bei etwa 0,2 bis 0,45, also deutlich niedriger, bei ähnlich niedrigen Ug-Werten. Für Räume mit großen Glasflächen nach Süden oder Westen ist das eine Abwägung zwischen Wärmegewinn im Winter und Überhitzung im Sommer. Einen Rollladen als äußeren Sonnenschutz beschreibt der Artikel Rollladen nachrüsten.

Für die Frage, wie viel Wärme durch das ganze Fenster verloren geht, reicht der Ug-Wert nicht. Dafür gibt es den Uw-Wert, der Glas, Rahmen und Glasrand zusammenfasst. Wie er entsteht, steht im Artikel Uw-Wert und warme Kante.

Der Randverbund hält die Scheiben zusammen

Am Rand halten Abstandhalter die Scheiben auf Abstand. Sie sind mit Trockenmittel gefüllt, das Restfeuchte im Zwischenraum bindet. Eine Primärdichtung aus Butyl und eine zweite Dichtung darunter schließen den Zwischenraum ab. Zusammen heißt das Randverbund. Besteht der Abstandhalter nicht aus Aluminium, sondern aus Materialien, die Wärme schlecht leiten, spricht man von einer warmen Kante. Bildet sich Feuchtigkeit zwischen den Scheiben, ist der Randverbund undicht.

Gewicht und gewölbte Spiegelbilder

Eine dritte Scheibe bringt mehr Gewicht. Bei gleich dicken Scheiben wiegt Dreifachglas um die Hälfte mehr als Zweifachglas. Rahmen, Beschlag und Verstärkung müssen dafür ausgelegt sein. Bei großen Flügeln legt der Hersteller fest, welche Kombination zulässig ist.

Manchmal wirken Spiegelbilder in Isolierglas leicht verzerrt, etwa die Fassade gegenüber. Ursache ist der sogenannte Isolierglaseffekt: Das Gas im geschlossenen Zwischenraum dehnt sich bei Wärme aus und zieht sich bei Kälte zusammen, auch der Luftdruck ändert sich. Die Scheiben wölben sich dabei leicht nach innen oder außen. Der Bundesverband Flachglas beschreibt das als physikalisch bedingt und nicht vollständig vermeidbar.

Verglasung im Fenedo Store

Im Schritt „Glas und Farbe“ des Konfigurators sehen Sie das Standardpaket des Systems. Wo der Konfigurator dafür einen Aufpreis zeigt, können Sie zusätzlich „Dreifachglas mit warmer Kante“ wählen. Bei Ideal 4000 ist das Standardpaket ein Zweifachglas 4/16/4. Bei Bluevolution 82 ist ein Dreifachglas 4/18/4/18/4 mit Argon und schwarzer warmer Kante Standard. Eine 3-fach-Verglasung bieten wir nur mit warmer Kante an.

Schnitt durch zwei Isolierglaspakete, außen links, innen rechts. Zweifachglas 4/16/4 mit 24 mm Paketdicke, Standard bei Ideal 4000. Dreifachglas 4/18/4/18/4 mit 48 mm Paketdicke und Argon, Standard bei Bluevolution 82, mit warmer Kante SWISSPACER Ultimate schwarz (RAL 9005). Markiert sind Wärmeschutzbeschichtung, Abstandhalter, Randverbund mit dem Ψ-Wert und die Scheibenmitte, für die der Ug-Wert gilt. Der Uw-Wert des Fensters fasst Glas, Rahmen und Glasrand zusammen.Zweifach- und Dreifachglas im SchnittGlaspakete im Fenedo Store, von außen (links) nach innen (rechts)fenedo41644184184Glasscheibe, je 4 mmWärmeschutzbeschichtunghauchdünn, auf der ScheibeUg-Wertgilt für die ScheibenmitteArgonim ScheibenzwischenraumAbstandhalterDreifachglas: warme KanteRandverbundΨ: Wärmeverlust am GlasrandZweifachglas 4/16/4Paketdicke 24 mmStandard bei Ideal 4000Dreifachglas 4/18/4/18/4Paketdicke 48 mm, mit ArgonStandard bei Bluevolution 82,warme Kante SWISSPACER Ultimateschwarz (RAL 9005)Uw des Fensters: Glas (Ug), Rahmen (Uf) und Glasrand (Ψ) zusammen, bezogen auf die FlächeDreifachglas gibt es im Konfigurator nur mit warmer Kante.Quellen: Glasaufbau und Abstandhalter aus den Konfiguratordaten des Fenedo Store,Stand 04.10.2026.Schema: Scheiben und Zwischenräume maßstäblich, Beschichtung, Gas und Randverbund vereinfacht.
Die Standard-Glaspakete im Fenedo Store im Schnitt: Zweifachglas 4/16/4 bei Ideal 4000, Dreifachglas 4/18/4/18/4 mit Argon und warmer Kante bei Bluevolution 82.

Bei Hebe-Schiebetüren kann die Standardverglasung an der Größe der Scheibe scheitern. Liegt die gemessene Scheibenfläche über 3,35 m², bietet der Konfigurator für HST 85mm und EvolutionDrive 82 ein Dreifachglas 6/16Ar/6/14Ar/6 mit warmer Kante an. Die dickeren Scheiben tragen die größere Fläche. Mehr zur Bauform steht auf der Seite Hebe-Schiebetür.

Wenn Sie für andere Systeme oder für einen Nachweis den genauen Glasaufbau Ihres Elements vor der Bestellung kennen müssen, fragen Sie uns über die Kontaktwege. Ob Zweifach- oder Dreifachglas zu Ihrem Haus passt, vergleicht der Artikel Zweifach- oder Dreifachverglasung.