Typische Anzeichen an alten Fenstern
Achten Sie besonders in der kalten Jahreszeit auf diese Anzeichen:
- Zugluft am Flügel oder am Rahmen: Eine Kerzenflamme oder ein dünnes Blatt Papier zeigt, wo es zieht. Am Flügel liegt die Ursache oft bei Dichtung oder Beschlag, an der Fuge zur Wand beim Einbau.
- Feuchtigkeit zwischen den Scheiben: Beschlägt die Scheibe im Zwischenraum, ist der Randverbund der Isolierverglasung undicht. Das lässt sich nicht abwischen und nicht dauerhaft reparieren.
- Schwergängiger Griff und Beschlag: Der Flügel schleift, schließt nicht mehr sauber oder muss angehoben werden.
- Beschädigter Rahmen: Der Rahmen ist verzogen, rissig oder bei Holz morsch. Dann hält auch eine neue Dichtung nicht dicht.
- Kondenswasser und Schimmel innen: Wasser am unteren Glasrand und dunkle Stellen an der Laibung deuten auf kalte Oberflächen oder eine undichte Anschlussfuge hin.
- Lärm von draußen: Alte Fenster mit dünner Verglasung und müden Dichtungen lassen deutlich mehr Geräusche durch als neue.
Alter und Verglasung erkennen
Ein wichtiger Hinweis steht oft direkt im Fenster: Auf dem Abstandhalter zwischen den Scheiben sind häufig Herstellungsjahr, Hersteller und manchmal der U-Wert der Verglasung aufgedruckt. Sehen Sie bei geöffnetem Flügel auf den Rand der Scheibe.
Fenster, die vor 1995 eingebaut wurden, haben nach Angaben der Verbraucherzentrale in aller Regel keine Wärmeschutzverglasung, sondern Isolierglas aus zwei unbeschichteten Scheiben. Bei solchen Fenstern bringt ein Austausch spürbar mehr Wärmeschutz.
Reparieren oder austauschen?
Nicht jedes Anzeichen bedeutet einen Austausch. Die folgende Übersicht hilft bei der Einordnung. Bei Holzfenstern und bei Gebäuden unter Denkmalschutz kann eine Aufarbeitung durch einen Fachbetrieb eine Alternative sein.
| Problem | Oft reicht | Austausch sinnvoll, wenn |
|---|---|---|
| Zugluft am Flügel | Beschlag einstellen, Dichtung tauschen | der Rahmen verzogen ist und der Flügel trotz Einstellung nicht anliegt |
| Schwergängiger Griff | Beschlag reinigen, schmieren und einstellen | Beschlagteile gebrochen sind und keine Ersatzteile zu bekommen sind |
| Feuchte im Scheibenzwischenraum | Tausch der Glaseinheit, falls Rahmen gut | auch Rahmen und Dichtungen alt sind oder die Verglasung ohnehin schwach dämmt |
| Kondenswasser innen | mehr und gezielter lüften | die Verglasung keine Wärmeschutzverglasung ist |
| Rahmen beschädigt | kleine Schäden bei Holz ausbessern | Rahmen verzogen, rissig oder morsch ist |
Wie Sie Beschläge und Dichtungen pflegen und wann das Einstellen genügt, steht im Artikel Fenster pflegen und warten.
Was ein Austausch bringt
Vorteile neuer Fenster
- Wärmeschutz
- Mehrkammerprofile, mehrere Dichtungsebenen und Wärmeschutzglas mit warmer Kante.
- Behaglichkeit
- Wärmere Glasoberflächen innen, weniger Zugluft und weniger Kondenswasser am Rand.
- Schallschutz
- Dichte Fugen und moderne Verglasungen halten Lärm besser draußen.
- Bedienung
- Neue Beschläge laufen leicht und lassen sich nachstellen.
Wie viel Heizenergie Sie sparen, hängt vom Zustand der alten Fenster, vom Gebäude und vom Heizverhalten ab. Seriöse Aussagen dazu kann eine Energieberatung für Ihr Haus machen. Wir nennen deshalb keine pauschale Ersparnis.
Der richtige Zeitpunkt
Am besten tauschen Sie Fenster in einer trockenen, milden Jahreszeit aus. Dann bleibt die Öffnung nicht bei Frost oder Regen offen, und Dichtstoffe verarbeiten sich besser.
Wichtiger als die Jahreszeit ist die Abstimmung mit anderen Arbeiten. Wird die Fassade gedämmt, sollte die Lage der neuen Fenster in der Wand darauf abgestimmt sein. Ein alter Rollladenkasten über dem Fenster ist oft eine Schwachstelle beim Wärmeschutz und sollte gedämmt oder ersetzt werden. Und wer eine Förderung nutzen möchte, muss den Antrag bei vielen Programmen vor der Auftragsvergabe stellen. Eine Bestellung unter der Bedingung der Förderzusage ist im Fenedo Store nicht möglich. Mehr dazu im Artikel Förderung für neue Fenster.
Nach dem Austausch richtig lüften
Neue Fenster werden luftdicht eingebaut und sind viel dichter als alte. Die Feuchtigkeit aus Kochen, Duschen und Atmen entweicht nicht mehr nebenbei durch Fugen. Lüften Sie deshalb mehrmals am Tag mit weit geöffneten Fenstern, am besten quer durch die Wohnung, statt die Fenster lange zu kippen. Bei einer umfassenden Sanierung lohnt sich die Frage nach einem Lüftungskonzept.
So gehen Sie vor
- Bestand prüfen
Notieren Sie für jedes Fenster die Anzeichen aus der Liste oben und, wenn lesbar, das Jahr auf dem Abstandhalter.
- Entscheiden
Wartung, Teilaustausch oder neues Fenster: Lassen Sie sich im Zweifel von einem Fachbetrieb vor Ort beraten.
- Förderung klären
Prüfen Sie vor der Bestellung, ob ein Programm für Ihr Vorhaben in Frage kommt und welche Bedingungen es hat.
- Maß bestimmen
Ermitteln Sie das Rahmenaußenmaß des neuen Fensters, siehe Fenster ausmessen für den Austausch.
- Konfigurieren und Einbau planen
Stellen Sie die Fenster im Konfigurator zusammen und stimmen Sie den Liefertermin mit dem Einbau ab.
Die Entscheidungen nach dem Entschluss zum Austausch, von der Öffnungsart bis zur Farbe, ordnet der Ratgeber Neue Fenster kaufen. Die Systeme im Fenedo Store finden Sie auf der Seite Kunststofffenster.



